Einrichtung einer Monteurwohnung bzw. eines Monteurzimmers

Wie sollte eine Monteurwohnung praktikabel eingerichtet sein? 

Täglich sind viele Tausende von Handwerkern, Handelsreisenden und anderen Berufsgruppen unterwegs, deren Arbeitsplatz weitab von der heimischen Wohnung liegt. "Auf Montage arbeiten" gehört in unserer heutigen Zeit ständiger Mobilität zum Alltag. Jeder und jede von ihnen braucht eine Unterkunft, die zwar nicht die eigenen vier Wände ersetzen kann, aber doch ein gewisses Gefühl von Angekommensein vermitteln sollte. Monteurwohnungen oder einzelne Monteurzimmer unterliegen deshalb besonderen Anforderungen. Sie sind nicht mit Pensions- oder Hotelzimmern vergleichbar, denn Monteure müssen völlig andere Voraussetzungen vorfinden können. Mit dieser Problematik möchten wir uns nachfolgend etwas genauer befassen. 

Die Lage und Zugänglichkeit 

Nichts ist für Monteure nerviger, als wenn sie am Anreisetag abends ihre Unterkunft ewig suchen müssen. Die große Mehrheit von ihnen reist nachts an und beginnt den ersten Arbeitstag gleich auf der Baustelle. Die Unterkunft wird erst an dessen Ende, meist nach 10stündiger Arbeit aufgesucht. Monteurunterkünfte sollten deshalb per Navi oder GPS einfach auffindbar sein. Hausnummer und Namensschild, die auch bei Dunkelheit leicht zu erkennen sind, sollten deshalb Grundvoraussetzung sein. 

Lage der Monteurunterkunft

Ideal ist es, wenn die Unterkunft einen eigenen Zugang hat. Können die Vermieter bei der Ankunft nicht anwesend sein, erfüllt ein Schlüsseldepot mit Codeschloss seine Funktion. Den Code können Sie nach erfolgter Buchung per Mail, SMS etc. problemlos übermitteln. 

Gehobener Komfort ist kontraproduktiv 

Immer wieder bieten Vermieter Ferienwohnungen als Monteurwohnungen an, die eigentlich für Urlaubszwecke mit gehobenem Standard vorgesehen sind. Der Grund ist meist fehlende Auslastung, was eigentlich verständlich wäre. Wenn Sie sich jedoch in die Lage von Monteuren versetzen, wird Ihnen diese Problematik sehr schnell klar werden. Fast immer steht diesen Montagearbeitern auf der Baustelle keine Umkleidemöglichkeit zur Verfügung. Sie kommen also in verschmutzter Arbeitskleidung zur Unterkunft, und wollen nach einer ausgiebigen Dusche und dem Abendessen nur noch Eines - Ruhe! Werden sie sich in einer üppig dekorierten "Puppenstube" mit Flauschteppich wohlfühlen? Wohl kaum, denn die große Mehrheit von ihnen fühlt sich fehl am Platz. 

Welcher Grad des Komforts ist sinnvoll? 

Eine Monteurwohnung soll praktisch und sauber eingerichtet sein. Omas klapprige Küchenvitrine mit ausgebrochenen Scharnieren gehört genauso wenig dazu wie der Designer-Wäscheschrank. Vielmehr erfüllt Mobiliar seinen Zweck, welches sich in ordentlichem Zustand befindet, und in dem Kleidungsstücke und sonstiges Inventar schnell und übersichtlich ihren Platz für einen kurzzeitigen Aufenthalt finden. 

Monteurzimmer oder -wohnungen müssen abschließbar sein. Ein Durchgangszimmer, welches die Vermieter tagsüber frequentieren müssen, ist deshalb völlig ungeeignet. 

Einrichtung einer Monteurwohnung

Was gehört unbedingt zur Ausstattung von Monteurzimmern? 

Meist sind solche Zimmer separate Räume. Das bedeutet, dass sie keine Waschgelegenheit enthalten. In diesem Fall müssen Sie als Vermieter akzeptieren und sicherstellen, dass Monteure zu jeder Zeit ihres Aufenthaltes anderweitig Zugang zu Sanitär- und Waschgelegenheiten haben. Günstiger ist es selbstverständlich, wenn in solchen Monteurzimmern beispielsweise eine kleine Sanitärzelle mit Toilette, Waschbecken und Duschkabine vorhanden ist. 

Eine weitere Problematik besteht in der Speisenzubereitung. Nach einem zehnstündigen Arbeitstag haben Monteure nicht den Antrieb, ihr Abendessen in einer Gaststätte einzunehmen. Das wäre auf Dauer außerdem viel zu teuer. Vielmehr benötigen sie eine Kücheneinrichtung, auf deren Mindestausstattung wir nachfolgend noch zu sprechen kommen. 

Monteurzimmer für mehrere Personen sollten nach Möglichkeit dennoch mit Einzelbetten eingerichtet werden. Für die große Mehrzahl der Monteure ist es schon sehr gewöhnungsbedürftig, mit dem Kollegen im Ehebett zu schlafen. 

Was sollte in einer Monteurwohnung nicht fehlen? 

Eine abgeschlossene Wohnung für Monteure lässt selbstverständlich viel mehr Möglichkeiten zu. 

Eine mehr oder weniger kleine Küche gehört zur Grundausstattung. Sie sollte aber den Platzbedarf für so viele Personen hergeben, wie auch Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden sind. Immerhin gehört die Speisenzubereitung für entsprechend viele Monteure genauso dazu wie die Vorbereitung des Frühstücks und der Pausenpakete. 

Ein abgeschlossenes Bad gehört außerdem zur Monteurwohnung. Es muss mindestens ein Waschbecken, die Toilette sowie eine Dusche enthalten. Über die Frage der Geschlechtertrennung müssen Sie sich als Vermieter hingegen keine Gedanken machen. Dies obliegt dem Arbeitgeber der Monteure. 

Hier sieht man die wichtigsten Einrichtungsgegenstände einer Monteurunterkunft auch noch einmal grafisch dargestellt:

Monteurzimmer Einrichtung

Welche Ausstattung gehört in die Küche von Monteurwohnungen? 

Diese Ausstattung muss nicht zwingend die gleiche sein wie die einer perfekt ausgestatteten Ferienwohnung. Die wichtigsten Küchenutensilien und Geräte müssen jedoch enthalten sein.

Dazu gehören: 

  • 1 Kühlschrank
  • 1 Herd oder mehrflammiger Kocher
  • 1 Kaffeemaschine
  • Frühstücks- und Essgeschirr
  • Besteck und die wichtigsten Werkzeuge für die Speisenzubereitung
  • mehrere Töpfe und mindestens eine Pfanne

Empfehlenswert sind: 

  • 1 Wasserkocher
  • 1 Mikrowelle

Bei häufig wechselnder Belegung gehören Gewürze wie Salz und Pfeffer, Brühpulver, Essig, Öl und anderes nicht in die Monteurwohnungen, denn dann gibt es keine Kontrollmöglichkeit bezüglich der Verwendung und Haltbarkeit. Ständig wiederkommende Monteure werden es jedoch als hilfreich empfinden, wenn sie diese Utensilien nicht jedes Mal einkaufen sowie ein- und wegräumen müssen. 

Passende Schlafgelegenheiten gehören zur Grundausstattung 

Diesbezüglich sind die schwarzen Schafe unter den Vermietern leider äußerst erfinderisch. Nehmen Sie als Vermieter Rücksicht auf die Besonderheiten der Montagearbeit. Nach bis zu zehnstündigen Arbeitstagen und dies vier bis fünf Arbeitstage pro Woche lang benötigen Monteure eine Schlafgelegenheit, auf der sie die benötigte Ruhe finden. Luftmatratzen oder einfache Luftbetten sind dazu keinesfalls die Lösung. 

Neben sämtlichen üblichen Betten mit Matratzen sind aufklappbare Gästebetten eine gute Lösung. Sie bieten sogar den Vorteil, dass individuell auf die Personenzahl eingegangen werden kann, wenn ausreichend Platz dafür vorhanden ist. 

Decken, Kissen sowie fertig aufgezogene Bettwäsche und genauso Hand- und Badetücher gehören zum Angebot einer Monteurwohnung oder eines Monteurzimmers. Ihre Kosten für den wöchentlichen Wechsel kalkulieren Sie gleich in den Vermietungspreis mit ein. 

Kommunikation und Unterhaltung 

Wie verbringen Monteure den Abend nach einem langen Arbeitstag? Wohl kaum mit einem Stadtbummel. Der Fernseher und ein Radio gehören deshalb nahezu zwangsläufig in Monteurwohnungen und -zimmer. 

Für manche von ihnen ist aber auch dann der Arbeitstag häufig noch nicht beendet, denn nun steht die Abrechnung der Arbeit oder die Kommunikation mit dem Arbeitgeber an. Monteurunterkünfte ohne Internetzugang sind deshalb im unserer heutigen Zeit nur noch eingeschränkt nutzbar. Einschränkungen wie kostenpflichtige Datenraten und vieles mehr lassen sich bereits im Mietvertrag regeln. 

Besonders alleinreisenden Montagearbeitern fehlt abends die Kommunikation in einer fremden Umgebung. Ihnen als Vermieter steht es frei, aber häufig ist ein abendlicher Plausch beim Feierabendbier äußerst willkommen.